Die Geschichte der Wikinger
Ein Zelt und Kochutensilien, Werkzeuge zur Herstellung von Textilien, Truhen und
Schreine, Tr�ge, Milcheimer und Kellen, Tranchiermesser und Bratpfanne, Spaten und
Hacken, S�ttel, Hundeketten und vieles andere wurde in dem Grab gefunden.
Proviant auf der Reise ins Totenreich waren zwei geschlachtete Ochsen; ein Roggenbrotteig
war in einem gro�en Backtrog angesetzt, und in einem sch�n verzierten Eimer lagen
Wild�pfel f�r den Nachtisch.
Viele Holzgegenst�nde sind mit reichen Schnitzereien verziert. Der Hof scheint viele
K�nstler besch�ftigt zu haben. Sogar einfache Gebrauchsgegenst�nde wie etwa die
Deichseln der Schlitten sind mit sch�nen Schnitzereien �bers�t. Die wesentlichsten
Kenntnisse �ber die Kunst der Wikingerzeit vermitteln uns au�er dem Osebergfund
Schmuckst�cke kleineren Formats aus Metall. Die Motivwahl ist die gleiche wie die f�r
Holzschnitzereien. Die K�nstler interessierten sich haupts�chlich f�r Tierfiguren. Es
handelt sich um Fabeltiere, die sich winden und sich zu einem dichten, wirren Muster
verflechten. Die Technik ist hochentwickelt; das hei�t, die Holzschneider der
Oseberg-K�nigin haben Holzschneideeisen und Schnitzmesser genauso sicher geschwungen wie
ihr Schwert.
Auch dem Mann im Gokstadschiff hat ein begabter Holzschnitzer zur Verf�gung gestanden,
obgleich dieser Fund nicht so reich an geschnitzten Gegenst�nden ist wie der Osebergfund.
Das Osebergschiff hat einen niedrigen Freibord und ist nicht so seet�chtig wie die
Schiffe Gokstad und Tune. Nordseereisen werden ihm wohl trotzdem gelungen sein, und es mag
ein typisches Schiff f�r die Wikingerangriffe um 800 n. Chr. gewesen sein.
Eine Kopie des Osebergschiffes stellt unter Beweis, da� es zwar schnell segeln konnte,
da� es aber nur schwer zu beherrschen war. Sowohl Oseberg- als auch Gokstad- und
Tuneschiff waren h�chstwahrscheinlich private Reiseschiffe von Standespersonen und
eigentlich keine Langschiffe zur Bef�rderung von Kriegern. Das Gokstadschiff war sehr
seet�chtig und besser als das Osebergschiff. Das haben Kopien bewiesen, die �ber den
Atlantik gesegelt sind.
Dank der Form seines Rumpfes ist das Schiff sowohl unter Segeln als auch mit 32 M�nnern
an den Rudern ein schnelles Schiff gewesen. Selbst bei vollz�hliger Mannschaft ragt das
Schiff nur etwa einen Meter tief ins Wasser. Somit eignete es sich gut f�r rasche
Angriffe auf fremde K�sten.
M�glicherweise haben die Erfahrungen, die die Wikinger im fr�hen 9. Jahrhundert auf
ihren zahlreichen Seereisen gesammelt hatten, eine rapide Weiterentwicklung des
Schiffsk�rpers bewirkt. Wenn das stimmt, k�nnte der Unterschied zwischen dem
Osebergschiff und dem Gokstadschiff das Ergebnis der Erfahrungen aus drei Generationen
Nordsee-Schiffahrt und stundenlanger Diskussionen zwischen Schiffbauern sein, die
Verbesserungen anstrebten.